Schwarzwald: Feuersalamander-Safari

***Für diesen Blog sind keine Feuersalamander zu Schaden gekommen. Schnecken auch nicht.***

Da habe das Tierchen gesessen, sagt mein Freund und zeigt auf einen schattigen Abhang mit viel Wurzelzeugs, Tannennadeln und Mooskissen. Vor ein paar Wochen war er schon einmal mit Kollegen den Sagenrundweg bei der Klosterruine Allerheiligen im Schwarzwald entlangspaziert und war dabei einem Feuersalamander begegnet.

Was hat der Feuersalamander gemacht?, frage ich.

Herumgekrabbelt, sagt mein Freund. Vor Schock, plötzlich im Mittelpunkt eines Kameragewitters zu stehen, sei er dann den Abhang hinuntergepurzelt, habe das aber unbeschadet überstanden.

Ich will auch einen Feuersalamander sehen. Lurchi existiert. Er ist irgendwo da draußen. Ich halte Ausschau. Zwischen Bärwurz und Spitzweggerich. Am Ufer der Wasserfälle. In den Steilwänden des Lierbachtals. In der Klosterruine und im Gebüsch. Auf der Engelskanzel will ich Luuuuuuurchi über die Baumwipfel brüllen, aber eine rastende Wandererin guckt ohnehin schon komisch.

Die Chancen an dem Tag stehen schlecht. Laut Wikipedia sind Lurchis nachtaktiv und kommen höchstens bei Regenwetter aus ihrer Lurchihöhle. Sei verflucht, Schwarzwaldsonnenschein!

Wilde Tiere bei einer Wanderung sind das Sahnehäubchen auf der Erdbeertorte. Häufig gesichtet: Eichhörnchen, Ameisen, Eidechsen, Schmetterlinge, Grashüpfer. Neulich habe ich einen Blog darüber gelesen, was man tun soll, wenn man einen Wolf trifft. Wahrscheinlich treffe ich im Schwarzwald eher auf eine entflohene Python als auf einen Wolf. Aber es schadet nichts, vorbereitet zu sein.

Während ich das Feuersalamanderhabitat weiter systematisch scanne, beeilt sich eine Weinbergschnecke, unseren Weg zu kreuzen. Wir bleiben stehen und die Schnecke schmatzt: Ihr seid meine Chance, ich will groß rauskommen, die berühmteste Schnecke der Welt werden. Germany’s next Superschnecke.

Wie könnte ich dem kleinen Schleimer seinen Wunsch verwehren? Die Schnecke begibt sich in Position. Fühler raus, Bauch rein. Ich schieße ein Foto (siehe oben) und verspreche, über sie in meinem Blog zu berichten. Außerdem soll ich euch sagen, dass ihr alle diesen Blog liken und teilen sollt. Nur damit die Schnecke den Durchbruch schafft, natürlich.

Sagenrundweg um die Allerheiligen Wasserfälle

  • Land: Deutschland
  • Anreise: mit dem Auto zur Klosterruine Allerheiligen, alternativ zu einem der Wanderparkplätze in der Nähe
  • Gehzeit: rund 1,5 Stunden (Mai 2017). Mit knapp 4 Kilometern Länge fällt die Strecke in die Kategorie der Miniwanderungen – mehr dazu in einem der nächsten Blogs.
  • Höhepunkte: jede Menge (Bärwurzbüschel, Wasserfälle, Klosterruine, Tafeln mit kurzen Sagengeschichten, …)
  • Herausforderungen: keine
Klosterruine Allerheiligen
Klosterruine Allerheiligen

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